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Ein seltsames Erlebnis

Schwerte, 22.05.2023 / 23.05.2023 - Artikel von: Björn Schubert (Chas York) - Lesedauer ca. 8 Minuten

Der Flur in meiner Wohnung, hat eigentlich nichts Außergewöhnliches. Ein Element in dieser Zeichnung, ist aber nicht existent - Bildzeichnung: Björn Schubert 2023

Manchmal kann man sich das, was der Geist einem vorspielt, nicht einmal im Traum überlegen oder gar, vorstellen. Doch in manchen Geisteszuständen, spinnt sich das Hirn viele seltsame Dinge zusammen, die der völligen Unmöglichkeit entsprechen. Dabei war ich nicht mal eine Person, die gerne Horrorfilme schaute oder ähnliches. Vieles, was in diesem Land vorgeht, ist schon Horror genug. Da braucht man nicht auch noch einen Hirn, der sich solche Szenerien einfach ausdachte. Nun gut, wir werden sehen, was mein Kopf sich so Schönes, zusammenbraute.

22.05.2023: Ich lag im Bett, in meiner echten und realen Wohnung und vernahm, ein seltsames Kratzgeräusch aus dem Bad. Zunächst dachte ich, dass eines meiner Katzen sich wieder, einen blöden Scherz erlauben und wieder Unfug anstellen würden. Zudem musste ich dringend pieseln und da machte es praktisch keinen Unterschied mehr, ob ich nun aufstünde oder nicht. Nach ein paar Minuten, weiterhin im Bett liegenbleibend, sah ich mich dann irgendwann, aus den eben beiden Gründen, dazu gezwungen das Bett zu verlassen. Außerhalb des Bettes, herrschte eine nasskalte Temperatur und es war zappenduster.
Eigentlich schon ziemlich unangenehm, um überhaupt aufzustehen. Aber dieses Geräusch, dieses ständige Kratzen an der Kloschüssel, wenn die Katze vorher auf dem Klo war und irgendwie die falschen Koordinaten erhielt, war zum Schlafen einfach nur noch nervig. Mit den Beinen, tastete ich mich vorsichtig durch die Dunkelheit des Schlafzimmers, um dann kurz darauf, mit beiden Füßen letztendlich auf den eiskalten Boden zu stehen. Die Bettdecke klebte noch immer an mir, sodass ich sie versuchte, von mir zu ziehen, was jedoch nur bedingt klappte. Alleine schaffte ich es aber nicht, das Oberbett von mir herunterzuziehen, und bekam schließlich Hilfe von meinem Mann, der sie mir herunterzog. Ein bisschen genervt, weil ich ihn dadurch weckte, reagierte er mit den Worten:

Du musst echt mal was, gegen deine Schweißausbrüche machen, dir ist wohl zu warm.“, danach zog er die Decke endlich von meinem Rücken ab und mir fiel auf, dass es gar nicht warm, sondern kalt war.

Ja, aber es ist zu kalt.“, begründete ich die Gegebenheit, wieso ich auf die Decke nicht verzichten könne, und stand auch kurz danach, aufrecht.

Stockfinster, wie die Nacht nun mal war, tastete ich mich blind, zum Nachtschränkchen herüber, welches rechts von mir lag. Nun war ich schlaftrunken und nahezu blind und fand mein Handy nicht, in der tiefschwarzen Nacht. Nach kurzem Herumgefuchtel auf der kalten Nachttisch-Platte, fand ich dann das Gerät, zog davon das Ladekabel ab und aktivierte die Taschenlampe. Auf das Datum und die Uhrzeit achtete ich nicht, und selbst wenn ich darauf geschaut und mich dafür interessiert hätte; lesen ging in diesem Moment ohnehin nicht, weil meine Augen sich nur schwerlich öffnen ließen. Nur Schatten vermochte ich zu vernehmen. Alles andere lag, in einem dunkelgrauen Schleier, fast so, als liefe ich direkten Weges, durch eine Nebelwand. Alles schien wie immer, auch das Geräusch auf dem Klo, weswegen ich aufstand.
Da war es wieder, dieses Keramik-Kratzen, an der Kloschüssel. Mir war klar, dass eines der Katzen wohl noch immer nicht das Öl, wonach es dauernd an der falschen Stelle zu bohren schien, stieß. Vorsichtig öffnete ich die angelehnte und durch Stoppern blockierte Schlafzimmertüre und beleuchtete den Weg, mit der Handy-Taschenlampe. Alles wie immer, wenn es dunkelte und ich stand kurz darauf, in der Türzarge und leuchtete mit dem Handy auf den Boden entlang, um meine Katzen in den Lichtkegel zu bringen, was allerdings nicht passierte. Sie waren scheinbar nicht in meiner Nähe, zumal Pablo noch zuvor im Bett, auf meinen Beinen lag. Er konnte es zumindest schon mal nicht gewesen sein. Plötzlich, wie aus dem Nichts, tauchte direkt vor mir, eine Art metallisches Gebilde auf. Ein Gerüst oder besser ausgedrückt, ein Oktogon-förmiges Gebilde, das an einem Band hing, doppelbödig mit senkrechtlaufenden Stützelementen und an den Seiten, kamen Zähne hervor, die aber nicht nach mir griffen.

Ach du Scheiße!“, ich erschrak mich nur kurz, vor diesem metallischen Objekt, weil ich es kannte und es mir vertraut vorkam.

Nur lediglich in der Dunkelheit und in dem halbwachen Zustand, rechnete ich nicht damit. Trotzdem, wenn solch ein gruseliges Teil, urplötzlich aus dem Nichts kam, wunderte es mich nicht, dass mein Puls auf 180 war. Zumal ich mir auch innerlich die Frage stellte, wer dieses gottverdammte Ding, auch noch so tief hängen würde, sodass man dagegen laufen konnte. Kurze Zeit später - es waren nur Sekunden - reagierte ich mich wieder ab und setzte meinen Weg, leicht zögerlich und ängstlich, Richtung Bad fort. Das Badezimmer mit dem Klo lag wie immer, links von mir und ich ging auf die Toilettenschüssel zu, wo das dauernde Kratzgeräusch herkam. Doch weit und breit, keine Katze zu sehen, was mich ungemein verwunderte.

Wo zum Teufel, kommt dieses Kratzen her. Es ist doch keine Katze da?“, je öfter ich durch die Gegend leuchtete, umso unwahrscheinlicher wurde es, dass es eine Katze sein konnte.

Im gleichen Atemzug, hob ich den Deckel der Toilette hoch, weil das Geräusch noch immer allgegenwärtig war.

 

Das Geräusch war nervig

Mit fragendem Blick, einem rasenden Herzen, weil das Geräusch nicht nur furchteinflößend, sondern auch aus dem Nichts entstand, hob ich den Klodeckel hoch und bekam erneut einen heftigen Schrecken, der mich in die Luft springen ließ.

Ach du Scheiße! Eine Ratte!“, schreiend erkannte ich, dass sich augenblicklich wohl eine Ratte versuchte, durch das Abflussrohr im Klo nach oben zu kämpfen, den Kampf jedoch, verlor sie aber scheinbar, weil sie leblos auf den Rücken lag und unter der Wasseroberfläche schwamm.

Im Grunde, war dort nichts Schlimmes dabei. Aber dieses Kratzen, diese Lampe mitten im meinem Weg und die Tatsache, dass nichts wie erwartet passierte, schien mir den Schrecken meines Lebens verpasst zu haben. Plötzlich wurde ich zurückgeworfen. Ich lag wieder im Bett und vernahm den Arm von meinem Mann auf meiner linken Bauchseite.

Alles gut?“, auf seine Frage, konnte ich nun nicht direkt antworten, da ich mir noch über den Ort, Zeit und den Raum unschlüssig war.

Mir war nicht einmal bewusst, dass ich lediglich träumte, weil sich der Traum an sich, so real, so vollkommen erwartet und vertraut anfühlte. Ich hatte sogar mehr Angst vor der Ratte, als vor diesem Lampion aus Metall, sodass ich eine kurze Zeit benötigte, um wirklich sicher zu gehen, dass ich nicht noch träumte. Mein Mann berichtete mir allerdings, dass ich definitiv wieder wach wäre und dann, ging ich nun wirklich pinkeln. Erst als ich sah, dass alle beide Katzen, Killian und Pablo wieder, bei mir waren und ich sie auch sah, traute ich meinen Augen wieder. Das Bizarre daran jedoch war, dass ich mich an jedes Detail, ja sogar an Gerüche und Temperaturunterschiede in der Wohnung, erinnern konnte. Gäbe es darin diese Grusellaterne nicht, so hätte ich vermutlich diesen Traum, nicht von der Realität unterscheiden können. Noch nie, seit wir in dieser Wohnung lebten, träumte ich jemals von diesem Haus, ja nicht einmal, von dieser Bude. Zum ersten Mal, tat ich es aber und das gab mir zu denken.
Was bedeutete dieser Traum? Wieso träumte ich diesen Traum und was wohl am wichtigsten war, woher nahm mein Kopf, jene Vorstellungen von dieser Laterne, die mir auch noch mitten ins Gesicht fiel? Noch nie in meinem gesamten Leben, sah ich jemals solch ein Teil, weder in Filmen noch in anderen Bereichen. Internetrecherchen, ergaben nicht ein Ergebnis und es verwirrte mich ungemein, dass mein Geist in der Lage war, Dinge zu erschaffen, die furchteinflößend waren. Vielleicht diente diese Vorlage des Traumes, einer neuen Geschichte? Aber dann hätte es, eine Gruselgeschichte sein müssen. Zwei Dinge im Leben, waren nicht ganz so meine Stärke:

Ding Nummer 1: Ich war nur situationsbedingt lustig. Gestellte Stand-Up-Comedy jedoch, brachte ich nie bislang zustande.

Ding Nummer 2: Ebenso wie das mit dem Lustigsein, verhielt es sich auch, mit dem Gruseligen. Manchmal braute ich mir die schrecklichsten Dinge zusammen und konnte auch prima meine Worte zu Papier bringen. Jedoch für eine Gruselgeschichte, reichte es dann leider nicht.

Dies vermochte wohl daran gelegen zu haben, dass ich seltener Horrorfilme schaute und diese logischen und erschaudernden Erzähltaktiken, nicht darstellen konnte. Zwar ratterte ich, in der Vergangenheit, eine Grusel-Kurzgeschichte herunter, die aber alles andere als erschaudernd war. Eher traf es, an dieser Stelle ‚trashig‘ am ehesten. Gegen 5:30 Uhr wurde ich wach und danach, schaffte ich es nicht mehr, mich wieder ins Bett zu legen. Nach solch einem Horror-Traum, wollte man sicherlich nicht erneut, die Koje aufsuchen. Schlussendlich, brachte ich das nicht mehr fertig.

Eines musste ich meinem Kopf lassen; manchmal konnte er sich Sachen einfallen lassen, da träumte... wer auch immer... von. Eines stand fest, mit solch einem Talent sich Sachen auszudenken, hätte ich Politiker werden sollen. Spaß beiseite. Aber das war doch irgendwie voll irre oder? Egal, ich sage einfach mal...

Cheerio

Quellenangaben
Keine

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